15913 Wußwerk (Spreewald), im Juli 2003

Liebe Teckelfreunde, liebe Mitglieder!

Zunächst soll über den Verlauf unseres Treffens vom 29. Juni 2003 berichtet werden. Wir hatten — wie im "Brandenburger Teckel" Heft II/2003 angekündigt — für diesen Tag eine Kahnfahrt (mit Hunden natürlich) durch den Oberspreewald geplant. Wir hatten aber dazu geschrieben, daß eine Kahnfahrt nur möglich sei, wenn sich Mitglieder aus anderen Grupen daran beteiligten.

Es meldete sich jedoch niemand.

Dann mußten wir zu unserer Überraschung in Heft III/2003 des "Brandenburger Teckels" lesen, daß in einer Gruppe unseres Landesverbandes "angedacht" wird, im August oder September eine Spreewaldtour (Kahnfahrt) durchzuführen. Da macht man sich doch unwillkürlich einige Gedanken hinsichtlich der Zusammenarbeit der Gruppen . . .

Wir ließen uns jedoch am 29. Juni nicht die Laune vermiesen und machten am Vormittag bei herrlichem Wetter statt der geplanten Kahnfahrt einen mehrstündigen Dackelspaziergang über den Nordpolder südlich von Wußwerk.

Unterwegs gab es einige Aufregung: drei (rote) Kurzhaarteckel entdeckten mehrere Pferde in einer Koppel in der Nähe unseres Weges. Die Hunde sprangen über einen Graben, rasten laut kläffend quer über die Wiese und unter dem Elektrozaun, der die Pferde am Ausbrechen hindern soll, hindurch, und begannen, die Pferde zu jagen. Zuerst wichen wild wiehernd die Pferde aus und liefen davon, doch als sie schließlich von den drei Teckeln in die Enge getrieben wurden, wurden sie wütend und begannen, nach den Teckeln zu treten. Als die Teckel das merkten, rannten sie mehrmals im Kreis herum und brachten die Pferde in wilde Wut. Als sie dann wieder am Graben waren, rannten sie unter dem Elektrozaun durch und sprangen mit einem eleganten Satz nacheinander auf die andere Seite. Die Pferde scheuten vor dem Zaun und schnaubten vor Wut. Die Teckel grinsten und rannten auf dem Weg ihren Besitzern nach.

Dann ging es weiter bis zur Nordfließ-Schleuse, wo wir eine Pause am Wasser einlegten. Ein paar Kinder saßen am Ufer und warteten auf Kundschaft. Doch zunächst tat sich überhaupt nichts. Erst nach etwa zehn Minuten kam die ersehnte Kundschaft: ein vollbesetzter Spreewald-Kahn fuhr auf das untere Schleusentor zu. Die Kinder sprangen auf, ein Mädchen rannte über das geschlossene Unter-Tor auf die andere Seite der Schleuse und schloß den linken Flügel des Ober-Tores, während die anderen Kinder den (diesseitigen) rechten Flügel schlossen. Dann wurden zwei Schieber im Unter-Tor geöffnet, sodaß das in der Schleusenkammer befindliche Wasser auf den Pegel des Unter-Wassers absank. Dann wurde das Unter-Tor geöffnet und der Kahn konnte in die Schleusenkammer einfahren. Dann wurde das Unter-Tor wieder geschlossen. Auch die beiden Schieber im Unter-Tor wurden geschlossen. Während zwei der Kinder die Schieber im Ober-Tor hochzogen, damit der Pegel wieder den Stand des Ober-Wassers erreichte, wurde von den beiden anderen Kinder abkassiert. Es ist üblich, daß jeder Fahrgast 0,50 € für die Durchschleusung an die Kinder zahlt. Als das Ober-Tor wieder geöffnet werden konnte, waren die Kinder zufrieden. Bei 20 Fahrgästen kommen immerhin 10,- € zusammen. Wenn am Tag 10 vollbesetzte Kähne kommen, sind das immerhin 100,- €, die dann unter den beteiligten Kindern aufgeteilt werden.

Dann ging es auf dem nördlichen Deich am Nordumfluter entlang bis zum großen Wehr am Kahnfährhafen Neu Zauche. Von dort wanderten wir am Saggei-Fließ entlang bis zum A-Graben und und wollten dann einen anderen Weg zurück nach Wußwerk wandern.

Doch so schnell ging das nicht. Die Teckel - neugierig wie immer - blieben natürlich nicht immer auf dem Weg, sondern wollten wissen, was sich auf den Wiesen tut. Plötzlich rasten sie mit Spurlaut von uns weg. Wir sahen, daß ein Rehbock mit langen Sätzen das Weite suchte. Die Teckel folgten dem Bock und dachten überhaupt nicht daran, zu uns zurückzukehren. Wir warteten und warteten, doch kein Teckel ließ sich blicken. Wir teilten uns dann: die Besitzerin der drei jagdeifrigen roten Kurzhaarteckel blieb am Ort, während die anderen Zwei- und Vierbeiner zurück nach Wußwerk liefen und die anderen Teckel in ein Gehege konnten. In Wußwerk setzte sich der Besitzer in sein dort abgestelltes Auto und fuhr zurück an die Stelle, an der die Jagdhunde sich selbständig gemacht hatten und konnte dort seine Frau und die Ausreißer, die sich inzwischen nacheinander wieder eingefunden hatten, abholen und den letzten Kilometer bis nach Wußwerk fahren, wo uns ein kräftiges Mittagsmahl erwartete.

Alles in allem hatten wir etwa 10 km zu Fuß bei tropischen Temperaturen zurückgelegt. Wir waren müde, aber die Teckel hätten am liebsten den ganzen Weg gleich noch einmal gemacht. Dieser Dackelspaziergang war ein schöner Ersatz für die nichtzustande gekommene Kahnfahrt.

 


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