Vorwort



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Wie meine Frau und ich dazu gekommen sind, Teckel zu züchten, ist in der "Geschichte der Musenhöhle" nachzulesen. Die sich über nahezu zwei Jahrzehnte erstreckende intensive Beschäfigung mit Problemen der Vererbung und dem Studium der Methoden und der Erkenntnisse berühmter Züchterinnen und Züchter schärft den Blick für Tendenzen, die diesen Erfahrungen zuwiderlaufen. Allein aus diesem Grund schreibe ich die nachstehenden Zeilen.

Der Deutsche Teckelklub 1888 e.V. (DTK) in seiner jetzigen Form ist aus Zusammenschlüssen von verschiedenen gegeneinander konkurrierenden Vereinen entstanden. Der DTK hat in seiner bewegten Geschichte schon viele Namen gehabt; er ist im Kern jedoch immer derselbe Verein geblieben.

Die Stärke des DTK liegt darin, daß er die Heimat von Züchtern und Nichtzüchtern, von Jägern und Nichtjägern ist, wobei Züchter, Jäger und Nur-Besitzer gleichberechtigt sind.

Die Geschichte des DTK ist in mehreren Publikationen nachzulesen; die wichtigsten dürften die offizielle Festschrift des DTK zu seinem 100-jährigen Bestehen im Jahre 1988 und eine im Januar 1985 erschienene Schrift des Gründers und langjährigen 1. Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Berlin des DTK, Herrn Werner Giebecke, sein.

Die letztere Publikation ist deshalb besonders interessant, weil sie nicht eine bloße Aufzählung von Erfolgsmeldungen ist, sondern auch Probleme und schwierige Situationen dem Leser nicht unterschlägt. Ich bin dabei, eine Art Fortsetzung dieser Publikation zu verfassen, die dann in ähnlicher Form sowie als separate Internet-Veröffentlichung erscheinen wird. Diesbezügliche Anfragen können an den Unterzeichneten gerichtet werden.

Es soll hier nicht der Platz sein, Dinge, die in beiden genannten Schriften behandelt worden sind, zu wiederholen. Vielmehr möchte ich auf existenzielle Dinge und Umstände hinweisen, die Kernprobleme der Zucht (und insbesondere der Teckelzucht) betreffen, über die aber sonst kaum etwas zu lesen ist.

Und ich möchte mit der Legende aufräumen, daß man mit Hundezucht "Geld verdienen" kann. Meine Frau und ich hatten uns zum Züchten entschlossen, um die Rasse zu erhalten und - nach Möglichkeit - zu verbessern. Der finanzielle Aufwand für Futter und medizinische Versorgung der Hunde (Routine-Impfungen, Behandlungskosten, Medikamente), für Teckelklub-Mitgliedsbeiträge, für Teckel-Stammbücher, für Meldegelder, Deckgebühren, Reisekosten usw. überschreiten bei weitem die Einnahmen aus gelegentlichen Welpenverkäufen. Außerdem ist das Halten einer ganzen Meute von Hunden immer mit großen persönlichen Opfern verbunden, nämlich mit einem immensen Zeitaufwand und mit dem Verzicht auf gemeinsame Reisen. Die Hunde haben nun einmal Vorrang, und das muß akzeptiert werden. Wer diese Ansicht nicht teilt, ist einerseits als Züchter ungeeignet und hat andererseits keinerlei Legitimation, über Züchter zu urteilen.

 

Manfred Ganady



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